Briefkasten einrichten
Ein Briefkasten ist der umgekehrte Fall zur Notiz: Du richtest ihn einmal ein und veröffentlichst den Einwurf-Link — auf eurer Website, im Aushang, in der Signatur. Fremde können dir darüber schreiben, ohne sich anzumelden und ohne dass du ihnen vorher etwas schicken musst. Lesen kannst nur du.
Fertig — zwei Links, gut auseinanderhalten
Den gibst du weiter. Er enthält nur den öffentlichen Schlüssel — damit lässt sich schreiben, aber nichts lesen. Auch nicht das, was andere geschrieben haben.
Für den Aushang oder das Plakat. Der Code enthält denselben Einwurf-Link samt Schlüssel — abtippen muss ihn niemand.
Der Knopf lädt eine kleine Textdatei mit beiden Links herunter. Ein Lesezeichen ist schnell weg — und ohne den Briefkasten-Link kommt niemand mehr heran, auch wir nicht.
Speichere den zweiten Link jetzt. Als Lesezeichen, im Passwortmanager, wo auch immer. Er enthält den einzigen Schlüssel, mit dem sich der Briefkasten öffnen lässt.
Wir können ihn nicht wiederherstellen. Der Schlüssel steht hinter dem # und war nie auf dem Server. Ist der Link weg, ist der Briefkasten unlesbar — auch für uns.
Verwechsle die beiden nicht. Wer den zweiten Link bekommt, kann alles mitlesen.
Der Briefkasten besteht bis .
Wofür das gut ist
Für alle, die erreichbar sein wollen, ohne dass die andere Seite sich zu erkennen geben muss: ein Verein, der Kritik am Vorstand ermöglichen will. Eine Redaktion, die Hinweise entgegennimmt. Eine Schulleitung, ein Betriebsrat, eine Führungskraft, die ehrliches Feedback möchte — und weiß, dass ehrliches Feedback selten mit Absender kommt.
Wie es funktioniert
Dein Browser erzeugt ein Schlüsselpaar auf der Kurve P-256. Der öffentliche Teil wandert
in den Einwurf-Link, der private in deinen Briefkasten-Link. Beide stehen hinter dem
# und erreichen den Server nie — auch der öffentliche nicht, denn sonst
könnte der Server ihn gegen einen eigenen austauschen und alles mitlesen.
Wer etwas einwirft, erzeugt im eigenen Browser ein flüchtiges Schlüsselpaar, einigt sich damit rechnerisch mit deinem öffentlichen Schlüssel auf ein gemeinsames Geheimnis und verschlüsselt die Nachricht damit. Sein privater Teil wird danach verworfen. Das hat eine Folge, die man kennen sollte: Auch der Absender kann seine eigene Nachricht hinterher nicht mehr lesen. Und niemand, der einwirft, kann sehen, was andere eingeworfen haben.
Was der Server über die Absender weiß
Nichts. Keine IP-Adresse, kein Browserkennzeichen — und vor allem keinen Zeitpunkt. Wann etwas eingeworfen wurde, ist bei einem anonymen Briefkasten die verräterischste Angabe überhaupt: Sie ließe sich mit Anwesenheitslisten, Dienstplänen oder Website-Zugriffen abgleichen. Deshalb wird sie nicht gespeichert.
Das kostet dich etwas: Deine Einwürfe haben keine Reihenfolge und kein Datum. Wir halten das für den richtigen Tausch — und du kannst gelesene Einwürfe löschen, dann ist alles, was noch da ist, neu.